Letzte Generation und der Tod einer Radfahrerin

Aktuell überschlagen sich die Medien und Nachrichten zum neuerlichen Vorfall und dadurch bedingten Todesfall einer Radfahrerin, ausgelöst durch einen Klebeprotest der Organisation Letzte Generation. Die Meinungen sind gespalten, von Zuspruch bis zur Ablehnung ist ein ganzer Blumenstrauß an Meinungen und Aussagen dabei.

Auch bei mir finde ich unterschiedliche Ansichten und Meinungen zu diesem Thema. Und ja, wir müssen radikal für den Klimaschutz handeln, am besten gestern statt heute.

Den Tod eines Menschen in diesem Zusammenhang sehe ich ebenfalls als kritisch, wobei es beim Tod der Radfahrerin eher einen indirekten- statt direkten Zusammenhang gibt, da hier anscheinend auch Straßenverkehrsregeln verletzt wurden, die ursächlich den LKW-Fahrer und die Radlerin selbst betreffen.

So scheint es auch das Gericht zu sehen, denn anders kann ich mir die wirklich sehr milde Strafe von 30 Tagen Freihheitsentzug nicht erklären. Daneben dürfen wir uns allerdings nicht wundern, das die Proteste für die Rettung des Klimas immer radikaler werden, denn bislang hat sich nichts verändert, unser Energieverbrauch steigt unaufhörlich quadratisch jedes Jahr und auch unsere Autos werden noch größer und noch dicker, statt kleiner und leiser. Letztendlich tragen wir alle implizit eine Schuld in uns, da selbst diejenigen die unentschlossen sind diesen Trend der Maßlosigkeit implizit fördern und billigen.

Das ein Rettungswagen nicht zum Einsatzort gelangen kann liegt doch nicht daran, das sich jemand auf der Fahrbahn festklebt, sondern an der Disziplin der Autofahrer und Gaffer, das zügige Vorankommen der Rettungskräfte durch Fahrbahngassen zu ermöglichen. Nach meiner eigenen Erfahrung auf den Strassen Hannovers in diesen Fallen ist, das nur etwa 10% der Fahrer in der Lage sind eine vernüftige Rettungsgasse zu bilden, die anderen 90% fahren im Stau derart dicht auf oder stehen mitten auf der Fahrbahn, sodass sie im Ernstfall keinen Platz zum rangieren mehr haben.